Hospiz Osnabrueck


Aufnahmekriterien

Voraussetzung für die Aufnahme in ein Hospiz ist eine Erkrankung,

a) die progredient (fortschreitend) verläuft
und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat,

b) bei der eine Heilung ausgeschlossen ist und eine palliativ-medizinische und
palliativ-pflegerische Behandlung (ganzheitliche, lindernde Behandlung zur Verbesserung
der Lebensqualität, unter anderem Schmerztherapie und Symptomkontrolle) notwendig
und vom Patienten erwünscht ist,

c) die eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten
annehmen lässt.

Etwa 90 % unserer Hospizgäste sind von Krebserkrankungen betroffen,
andere Krankheitsbilder sind z. B. ALS oder AIDS.
Eine Aufnahme erfolgt in der Regel nicht von einem Tag auf den anderen
(Ausnahme: Bei vorherigen Kontakten zur Ambulanten Hospiz-Pflegeberatung oder der
Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung SAPV in einer häuslichen Notsituation).

Die Vorbereitung einer Aufnahme lässt sich in vier Schritten zusammenfassen,
die aber für Erkrankte und ihre Familien häufig viele kleine Schritte hin zur Akzeptanz
der Situation beinhalten können.

1. Der erste Kontakt wird von Angehörigen, Ärzten, den Sozialdiensten der
Krankenhäuser oder Betroffenen selbst gesucht. In diesem ersten Telefonat
erfragen wir Art und Schwere der Erkrankung und den Wissensstand des Erkrankten.

2. Wir laden die Familie ein, sich das Hospiz anzuschauen.
Bei einem Beratungsgespräch können alle vorhandenen Fragen geklärt werden.

3. Die Einbindung des behandelnden Arztes ist zu diesem Zeitpunkt wichtig,
da er die Verordnung auf Hospizpflege ausstellt, die zur Kostenübernahme
durch die Krankenkasse erforderlich ist.

4. Von unserer Seite erfolgt immer ein Erstbesuch bei der Patientin / dem Patienten
zu Hause oder im Krankenhaus. Ziel dieses Gespräches ist es, mit den Betroffenen
gemeinsam eine Perspektive zu entwickeln. Dabei möchten wir uns und unsere
Einrichtung vorstellen, aber auch ein Bild vom Patienten erhalten. Ein wichtiger Punkt
dieses Erstgespräches liegt darin, den Wissensstand um die Erkrankung sensibel
und ehrlich anzusprechen.
Ebenso zeigen wir unsere Angebote auf:

  • wohnliche Einzelzimmer mit Bad und Terrasse

  • adäquate Schmerztherapie und Symptomkontrolle

  • individuelle palliative Pflege

  • selbst bestimmter Tagesablauf

  • viel Zeit für unsere Gäste

  • Einbeziehung der Angehörigen und Freunde

  • entlastende Gesprächsangebote

  • ehrenamtliche Begleitung nach Wunsch

  • gemütliche Küche mit großer Terrasse


Wir nennen aber auch unsere Grenzen:

  • keine intensivmedizinische Apparatur

  • keine Langzeitpflege

  • keine aktive Sterbehilfe