Hospiz Osnabrueck

Johannislabyrinth

Trauertreff am Johannislabyrinth


Für wen Für alle, die Abschied und Trauer erleben und/oder an Labyrintharbeit interessiert sind.


Wie Ein etwa halbstündiges Treffen bei jedem Wetter (außer Gewitter) mit unterschiedlichen Impulsen am Johannislabyrinth.


Wann Unsere Treffen 2017:

Während der Winterzeit immer um 15.00 Uhr, in der Sommerzeit immer um 16.00 Uhr


Wo Zur vollen Stunde am Johannislabyrinth oder eine viertel Stunde vorher am Eingang Magdalenenstraße aus (neben dem Jüdischen Friedhof)



Termine:



27.01.2017
15:00 Uhr

24.02.2017
15:00 Uhr

31.03.2017
16:00 Uhr

28.04.2017
16:00 Uhr

26.05.2017
16:00 Uhr

28.07.2017
16:00 Uhr

25.08.2017
16:00 Uhr

29.09.2017
16:00 Uhr

27.10.2017
16:00 Uhr

24.11.2017
15:00 Uhr





Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte unter
Telefon 0541 / 350 55 40 oder per Mail trauer@osnabruecker-hospiz an uns.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Da wir keine feste Gruppe sind, schauen Sie gern auch probeweise vorbei.


Atempause am Johannislabyrinth
Für wen Für interessierte Gruppen


Wie  Ein gut einstündiges Treffen mit verschiedenen Impulsen zur bewussten Atempause und Auszeit im Alltag.


Wann  Nach Absprache


Wo  Treffpunkt: am Friedhofseingang Magdalenenstraße (neben dem Jüdischen Friedhof)




  Für nähere Informationen und zur Terminabsrache wenden Sie sich bitte unter Telefon 0541 / 350 55 40 oder per Mail trauer@osnabruecker-hospiz an uns.






September 2016

Das Johannislabyrinth

Kleines Lourdes mitten in Osnabrück

Ich weiß noch genau, wann ich das Johannislabyrinth für mich entdeckte. Es war im September 2014. Ich kam gerade von meiner Pilgerreise nach Lourdes in Südfrankreich zurück. Noch ganz beseelt von dem Erlebten dort  hatte ich Angst, diese wunderbare Energie, die ich von Lourdes mitgebracht hatte, im Alltag viel zu schnell wieder zu verlieren. Mir fehlte der besondere Platz, an dem ich in die Stille gehen konnte. Meine täglichen Spaziergänge führten mich zwar in die Natur und ich verweilte ab und zu auch an bestimmten Orten, die mir Kraft gaben, mit meiner fortgeschrittenen Krebserkrankung umzugehen. Aber mir fehlte mein kleines Lourdes auch hier in Osnabrück. Das wurde mir bewusst, als ich mich kurz nach meiner Rückkehr auf den Weg zu meiner täglichen Runde machte. Ganz gegen meine Gewohnheit ging ich nicht den üblichen Weg, sondern ließ mich treiben. Einem Impuls folgend war mein Ziel der Johannisfriedhof.

Dort angekommen, entdeckte ich das Labyrinth und vier Frauen, die sich dort aufhielten, eine davon war Frau Frühauf vom Osnabrücker Hospiz. Ich sprach sie an und ich erfuhr, dass das Labyrinth angelegt wurde, damit Menschen einen Ort zum Trauern haben. Gerade hatte so ein Trauertreffen stattgefunden, wie jeden letzten Freitag im Monat. Dieses Angebot vom Hospiz hier auf dem Friedhof gab es noch nicht so lange und ich wusste bisher noch nichts davon. Ein Zufall hatte mich zum Labyrinth geführt und zu diesen Frauen an diesem Ort. Ich spürte sofort die besondere Energie und seitdem nenne ich das Labyrinth mein „kleines Lourdes“.

Ich nahm am nächsten Trauertreff teil und von da an noch an vielen weiteren Treffen und lernte Menschen kennen, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich. Die entweder Angehörige verloren haben oder wie ich, mit einer schweren Krankheit zu kämpfen haben und das Leben betrauern müssen, das sie jetzt nicht mehr führen können, weil die Krankheit es nicht zulässt. Jeder hat seine Geschichte.

Diese Treffen am Labyrinth sind heilsam und geben Kraft: Der gemeinsame Gang durch das Labyrinth, die Themen, die uns zum Nachdenken und Nachspüren an die Hand gegeben werden, entweder als vorgelesener Text, musikalisch oder als Symbole, die im Labyrinth auf dem Weg zu „finden“ sind, die Einführung in Entspannungstechniken wie Chi Gong oder Thai Chi und nicht zuletzt das „Leckerli“ zum Abschluss, wenn wir noch kurz auf den Bänken sitzen oder zusammenstehen. Mal ist es eine Erdbeere, dann ein Apfel, Nüsse oder zur Adventszeit ein Keks und eine Tasse Tee, das alles ist Balsam für unsere Seelen. Inzwischen gehören diese Begegnungen zu meinem Leben.

Auch für meine „Busenfreundinnen“, wie wir Brustkrebsfrauen uns nennen, ist das Labyrinth inzwischen ein Begriff. Ich bin im Internet in einer Selbsthilfegruppe und tausche mich mit anderen erkrankten Frauen aus. Natürlich gehört auch der Tod zu unserem Leben und wir müssen immer wieder Freundinnen verabschieden, die uns vorausgegangen sind. Dazu haben wir unsere Rituale entwickelt, wie zum Beispiel eine Schweigeminute am Tag der Beerdigung. Wenn immer es mir möglich ist, gehe ich dann zum Labyrinth und lege eine Blüte für die verstorbene Busenfreundin ab. Das ist meine Art zu trauern und hilft mir sehr. So ist das Johannislabyrinth auch schon über die Grenzen Osnabrücks hinaus bekannt geworden, durch das eine oder andere Foto, das wir teilen.

Es ist gut, dass es Dich gibt, mein „kleines Lourdes“.

Sybille Hansen

 

Das Hospiz sagt DANKE:

Im Frühjahr 2014 wurde an vier Samstagen auf dem denkmalgeschützten Johannisfriedhof fleißig gearbeitet. In wenigen Wochen Bauzeit  ist so ein neuer Ort für die Trauer nach dem Entwurf von Anna-Lena Meiners, Lena Rasche und Kira Sigge  (Studierende an der Hochschule Osnabrück, Fakultät Landschaftsarchitektur)  entstanden für alle, die sich angesprochen fühlen und interessiert sind:


Das Johannislabyrinth

Die Entstehung des Johannislabyrinths in Bildern
Galerie 01

Galerie 02
Galerie 03
Galerie 04

Mit dabei waren:
Daniel Berger, Niels Biewer, Sonja Butke, Levoy Dietrich, Carola Elsner, Ursula Frühauf, Anika Groskurt, Eva Güse, Thomas Hinz, Petra Joachimmeyer, Charlotte Just, Sarah Krämer, Britta Kriege, Stefan Langkamp, Brigitte Maier-Bode, Tobias Menke, Peter Müller, Klaus Paßlack, Lena Rasche, Sebastian Raum, Manfred Schröter, Marion Schulze, Heiner Schulze, Kira Sigge, Tim Zgoda und der Spaziergänger vom ersten Termin, der am dritten Samstag mit Arbeitsutensilien wiederkam.


Unser Dank geht ebenfalls an die Sponsoren und Unterstützer dieses Projekts:


Landschaftsbau Boymann





Echterhoff Bau Gruppe
 




Baumschule Igel





Interessengemeinsch. Iburger Str.





Blumen Jeda




Round Table 134



Steinmetz-und Bildhauer-Innung Osnabrück-Emsland


Kathrin und Benjamin Lausch für die Apfelbaumspende


Christengemeinschaft für die Nutzungsmöglichkeit der Johanniskapelle



Danke für die produktive interdisziplinäre Zusammenarbeit


Hochschule Osnabrück





Archäologie und Denkmalschutz





Osnabrücker ServiceBetrieb





Osnabrücker Hospiz