Hospiz Osnabrueck

Medien / Presse

NOZ - 10. Februar 2017
Staffelstab übergeben

Osnabrücker Hospiz verabschiedet Sigrid Leimkuhle


Foto: Swaantje Hehmann, Bericht: Ulrike Schmidt

Übergabe der kaufmännischen Geschäfte: Sigrid Leimkuhle (vorne rechts) überreicht den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Anja Engels. Dahinter (von links) die stellvertretende Vorsitzende Jutta Beeke, der Vorsitzende Jörg Heckenkamp und der ehrenamtliche Geschäftsführer Jan-Felix Simon.

Osnabrück. Im großen Kreis von Mitarbeiterinnen, Vorstand und Aufsichtsrat ist die langjährige kaufmännische Leiterin des Osnabrücker Hospizes in den Ruhestand verabschiedet worden.
Sigrid Leimkuhle gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins.  

Es war ein ungewohntes Bild: Die zu Verabschiedende verteilte Geschenke an ihre Kolleginnen und Kollegen aus den vielen verschiedenen Fachrichtungen, die zusammen das Hospiz ergeben: die Pflege, die Hauswirtschaft, das Büroteam, die Ehrenamtlichen, der Vorstand und die Geschäftsführung. Sigrid Leimkuhle wollte damit ebenfalls Dank sagen für die gute Zusammenarbeit und zitierte den früheren US-Präsidenten Barack Obama: Keine könne allein Großes vollbringen, dafür bedürfe es immer eines Teams.


Start im Kinderzimmer

Dass Sigrid Leimkuhle das Hospiz geprägt hat, wurde in allen Abschiedsreden deutlich: Schließlich gehört sie zu dem Kreis Osnabrücker, die 1994 den Hospizverein gründeten und 1997 das stationäre Hospiz an der Johannisfreiheit eröffneten. Leimkuhle war damals die erste Mitarbeiterin, die zuhause ein Büro eingerichtet hatte, „im Kinderzimmer“, wie der Vorsitzende Dr. Jörg Heckenkamp es formulierte. Heute habe das Hospiz 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 130 Ehrenamtliche und mehr als 2000 Mitglieder.


Meisterin der Zahlen

Den Auf- und Ausbau der Osnabrücker Hospizarbeit hat Sigrid Leimkuhle 24 Jahre lang begleitet und gefördert. Die „ Meisterin der Zahlen und Rechtschreibung“, wie sie beschrieben wurde, erarbeitete unter anderem einen Abrechnungsmodus mit den Krankenkassen, behielt auch in den größten Stresssituationen einen klaren Kopf und habe bei Problemen so gut wie immer eine Lösung parat, sagte der ehrenamtliche Geschäftsführer Jan-Felix Simon: „Sie hatten alle Zahlen und Strukturen im Kopf und im Griff.“


Das Gesicht des Vereins

Und das bei einem Verein, der inzwischen einem mittelständischen Unternehmen gleiche, so Heckenkamp. Unter dem Dach des stationären Hospizes siedelten sich im Laufe der Jahre der ambulante Hospizdienst, der ambulante Kinderhospizdienst, die Pflegeberatung SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) und die Trauerbegleitung an. „Sie waren das wesentliche Gesicht des Hospizes“, dankte der Vorsitzende. Für ihren Einsatz habe die Stadt sie mit der Bürgermedaille geehrt.

Für Sigrid Leimkuhle sei das Hospiz immer eine Herzensangelegenheit gewesen, sagte Ira Nolte im Namen des Büroteams. Deren Mitarbeiterinnen überraschten ihre frühere Chefin mit einem speziellen „Leimkuhlschen Alphabet“. Eine der Vorleserinnen war ihre Nachfolgerin Anja Engels, die zuvor den Staffelstab erhalten hatte.


"Ein gutes Stück Osnabrück" -
Oberbürgermeister Griesert besucht das
Osnabrücker Hospiz
Foto: privat
von links nach rechts:
Prof. Dr. Jörg Heckenkamp, Ellen Hassolt, Sigrid Leimkuhle, Doris Homölle, OB Wolfgang Griesert, Ursula Frühauf, Jan-Felix Simon



Auch ein Oberbürgermeister kann mal Schwellenangst haben - trotz der über 5000 Hausbesuche während seines Wahlkampfes war der erste Besuch im Osnabrücker Hospiz für Wolfgang Griesert etwas ganz Besonderes. Doch bereits die ersten Eindrücke der Wohnküche des Stationären Hospizes nahmen dem OB die Scheu. Bei Kaffee und Keksen kam er nicht nur mit Mitarbeitern, sondern auch mit Hospizgästen ins Gespräch, die ihm bestätigten: "Hier ist man zu Hause!" Für das Osnabrücker Hospiz als einziges Hospiz in der Region ist die vernetzte Zusammenarbeit mit allen Trägern vor Ort unabdingbarer Bestandteil seiner Arbeit. Griesert informierte sich bei seinem Rundgang über das stationäre Hospiz und die ambulanten Angebote des Vereins, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

"Die Arbeit des Hospizes passt sehr gut zur Friedensstadt: sie ist überkonfessionell, bezieht Stadt und Landkreis gleichermaßen ein und wird von den Bürgern der Region getragen", so Griesert.