Hospiz Osnabrueck


Grundsätze

Palliative Pflege

Für Menschen im Hospiz bekommt die Pflege eine besondere Bedeutung. Sich in seiner
eigenen Haut wohl zu fühlen und liebevolle Zuwendung zu erfahren, vermittelt ein Gefühl
von Sicherheit und Geborgenheit. Pflege und Pflegepersonen spielen darum bei der
Begleitung in dieser Lebensphase eine zentrale Rolle.

Unsere Einrichtung verfügt über palliativ geschultes Fachpersonal. Diese zusätzliche
Befähigung ist notwendig, um Sterbende und ihre Angehörigen kompetent beraten, unterstützen
und ganzheitlich begleiten zu können. Wir sind erfahren im Umgang mit speziellen
krankheitsbedingten Anforderungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Luftnot. Da das
Auftreten von Schmerzen die Teilnahme an der Umwelt und soziale Kontakte erschwert,
sind Schmerzlinderung und Schmerztherapie ein grundlegendes Angebot. Die individuell
auftretenden Symptome werden in enger Absprache mit dem Hausarzt erklärt, gelindert
und intensiv begleitet.

Darüber hinaus werden die Wünsche und Bedürfnisse des Betroffenen kontinuierlich
verfolgt und die Umgebung so gestaltet, dass sie als wohltuend erlebt wird.
Körperwaschungen mit ätherischen Ölen, Aromatherapie, basale Stimulation oder
ein entspannendes Bad sind nur einige Beispiele, die ein bereicherndes Sinneserleben
ermöglichen.

Auch seelische Nöte werden ernst genommen. Die bedürfnisorientierte, zugewandte,
individuelle Krankenpflege beinhaltet deshalb auch die einfühlsame Begleitung im
Gespräch und das gemeinsame Aushalten schwieriger Situationen. Das Durchleben einer
Krankheit führt häufig zu Einschränkungen in der Kontrolle über das eigene Leben. Wir
möchten unseren Gästen Selbstbestimmung und Selbstverantwortung ermöglichen und
somit ihre Würde wahren.

Uns liegt daher viel daran, unseren Hospizgästen den gewohnten Tagesablauf zu erhalten.
Das Äußern eigener Wünsche, Vorlieben und Bedürfnisse wird gefördert und im
Alltagsleben berücksichtigt. Wir möchten unsere Gäste kennenlernen, um eine möglichst
hohe Lebensqualität zu erhalten und sie in Phasen, in denen sie sich nicht mitteilen
können, entsprechend ihren Gewohnheiten umsorgen zu können. Bedeutsam hierfür ist
auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Angehörigen und Freunden, die
durch Ehrlichkeit und Achtsamkeit geprägt ist. In einer einladenden Atmosphäre werden
Miteinbeziehung, Ermutigung, Anleitung und Entlastung angeboten. Zum Gedankenaustausch
und bei auftretenden Fragen oder Unsicherheiten stehen wir gern zur Verfügung.
Eine Fürsorge über den Tod hinaus durch den würdevollen Umgang mit den Verstorbenen
und die behutsame Begleitung der trauernden Zugehörigen liegen uns ebenfalls sehr am
Herzen, um ein persönliches Abschiednehmen zu ermöglichen.


Psychosoziale Arbeit

Sich wie zu Hause fühlen können – das möchten wir fördern durch ein aufmerksames,
freundliches Miteinander, Gesprächsbereitschaft zu Alltags- und Problemthemen,
ein behutsames Achten aufeinander.

Die psychosozialen Angebote im Hospiz richten sich gleichermaßen an schwerkranke
und sterbende Menschen wie an Angehörige und Freunde, die auch hier die wichtigsten
Lebensbegleiter sind. Emotionaler Beistand und Unterstützung bei der Bewältigung
unerledigter Anliegen oder bei der Erfüllung besonderer Wünsche können Entlastung
bieten, Sicherheit vermitteln, den Hospizalltag gestalten.

Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch selbst am kundigsten ist für das, was er braucht
und kann. Unsere respektvolle, akzeptierende und wertschätzende Haltung ermöglicht auf
diese Weise jedem Menschen eine Auseinandersetzung nach eigenem Tempo und mit
selbst festgelegten Themen oder Schwerpunkten.

Die Bedürfnisse und Wertvorstellungen des Hospizgastes stehen im Mittelpunkt.
In der sozialen Arbeit sehen wir uns aber auch an der Seite derjenigen, die sich als
Angehörige und/oder Freunde zugehörig fühlen. In der Einzelarbeit oder zusammen
mit den Zugehörigen können Ressourcen herausgefunden und genutzt werden,
um ein individuelles Begleitkonzept im Hospiz umzusetzen.

Beispiele:

  • Biografiearbeit anbieten

  • Ehrenamt vermitteln

  • Geburtstag planen

  • Familiengespräch fördern

  • mit Kindern reden, malen, spielen…

  • Kinobesuch organisieren

  • Verabschiedungsfeier durchführen

  • Seelsorge vermitteln

  • miteinander Perspektiven entwickeln

  • Klavierkonzert vorbereiten

  • Kontakte untereinander fördern beraten

  • Feiertage gestalten

  • kreative Angebote unterstützen

  • Hilfe geben beim Abschiednehmen


Weil im Hospiz eine wesentliche Zeit geteilt wird, bestehen auch über den Tod hinaus
psychosoziale Angebote zu nachgehenden Trauergesprächen und zur Trauerbegleitung.

 

Ergotherapie

An der Schnittstelle zu Pflege, psychosozialer Arbeit und Hauswirtschaft unterstützen wir unsere Gäste dabei den Alltag im Hospiz auf Wunsch so aktiv wie möglich zu gestalten. Handlungsfähigkeit und Wohlbefinden sollen trotz krankheitsbedingter Einschränkungen weitmöglichst erhalten bleiben.
Wir versuchen zu klären welche Alltagshandlungen für den Gast noch oder gerade jetzt Bedeutung haben und welche inneren und äußeren Ressourcen zur Verfügung stehen.
Was eine für unseren Gast sinnvolle Betätigung ist entscheidet dieser  jeden Tag aufs Neue. Manchmal ist Ruhe und Entspannung hilfreich, manchmal die Begleitung beim Essen, Bewegen, Natur erfahren….manchmal die Vergewisserung was dem Leben Sinn gibt und  manchmal die Pflege von Beziehungen oder  liebgewonnenen Ritualen.
Die Kernelemente der Ergotherapie – Gästezentrierung und Betätigungsorientierung – bieten optimale Voraussetzungen dazu, denn so vielfältig wie die Bedürfnisse, so umfangreich und individuell ist das Spektrum der ergotherapeutischen Angebote im Hospizalltag.

 

Hauswirtschaft

Unsere Aufgaben als hauswirtschaftliche Mitarbeiterinnen sind sehr vielfältig. Neben
dem Sauberhalten der Räume und der Wäschepflege ist es uns ein besonderes Anliegen,
flexibel auf die Vorlieben der Gäste einzugehen. So kochen wir z. B. einmal in der Woche
ein Wunschmenü für die Gäste oder auch mit ihnen. Generell werden bei der Zubereitung
von Speisen die individuellen Essgewohnheiten berücksichtigt.
Stets griffbereiter frischer Kaffee, Tee oder Cappuccino sowie Kekse laden Gäste und
Angehörige zu einem gemütlichen Miteinander in der Wohnküche ein. Wir legen großen
Wert auf einen vertrauensvollen und liebenswürdigen Umgang, da auch in der Wohnküche
oder während der Zimmerreinigung viele Gespräche mit Gästen und Angehörigen
stattfinden. Weiter tragen Freundlichkeit, frische Blumen im Zimmer oder der Duft von
selbstgebackenem Kuchen wesentlich zu einer angenehmen Atmosphäre bei.



Verwaltung

Die Verwaltung des stationären Hospizes befindet sich im Hospizbüro, in dem ebenfalls
die Geschäftsstelle des Vereins mit ihren vielfältigen Aufgaben angesiedelt ist. Der erste
Kontakt erfolgt oft über das Hospiztelefon. Ratsuchende erhalten Auskünfte zu den
verschiedenen Hospizangeboten und können sich über weitere Hilfsmöglichkeiten
von vernetzten Institutionen informieren. Gerade diese Aufgaben erfordern
Einfühlungsvermögen und ein detailliertes Wissen. Konkrete Informationsunterlagen
und ein ausführliches Gespräch erleichtern die Entscheidungen von Betroffenen und
ihren Angehörigen. Selbstverständlich ist ein persönlicher Besuch vormittags oder nach
Terminabsprache möglich.

Im Hospizbüro werden ebenfalls die notwendigen Abrechnungen mit Kranken- und
Pflegekassen und anderen Kostenträgern vorgenommen.
Angehörige können sich hier also auch Rat und Unterstützung holen.