Hospiz Osnabrueck

Literaturtipps


Bleymüller, S. (Hg.):
Mein Trauerjahr.
Gütersloh: 2011.
Dieser selbst zu gestaltende Buchkalender,
der an jedem beliebigen Tag begonnen werden kann, bietet für jeden Kalendertag ein Zitat zum Thema Trauern sowie Platz für eigene Gedanken in der schweren Zeit nach dem Verlust eines geliebten Menschen.


Enax, C. & Höppke, W.:
Wenn die Seele malt.
Tagebuch eines Abschieds.
Gütersloh: 2005.
„Wenn die Seele malt“ ist ein einzigartiges
Dokument des Abschiednehmens.
Es ist ein sehr persönliches Tagebuch der
Malerin Cornelia Enax und ihres Mannes
Winfried Höppke, die die letzten zwei Monate
im Leben von Rita Agnes Enax, der Mutter
der Künstlerin, in bewegenden Bildern und
Tagebuchtexten festgehalten haben.
Kachler, R.:
Damit aus meiner Trauer Liebe wird.
Neue Wege in der Trauerarbeit.
Stuttgart: 2007.
Für Roland Kachler, der seinen Sohn durch
einen Unfall verlor, steht nicht das Loslassen,
sondern die Liebe zum Verstorbenen im
Zentrum des Trauerprozesses. Dieses Buch
bietet eine Fülle an Anregungen, sich mit der
Beziehung zu dem verstorbenen Menschen
zu beschäftigen, so dass die Trauer bewältigt
werden und eine neue, sichere innere
Beziehung zum Verstorbenen entstehen kann.
Beuscher, A. & Haas, C.:
Über den großen Fluss.
Düsseldorf: 2010.
Dieses Bilderbuch erzählt behutsam vom
Hasen, der sich auf die Reise über den
großen Fluss macht, auf der ihn sein Freund,
der Waschbär, nicht begleiten kann.
Die liebevoll bebilderte Geschichte zeigt
Kindern, dass Trauern seine Zeit braucht,
aber auch, wie man nach einem Verlust
Trost und neuen Mut finden kann.

Uffmann, A.:
"Trauern - und leben!".
Stuttgart: 2007.
Das Trauern wird oft mit einem Weg oder einer Reise verglichen. So auch in diesem Buch, das die verschiedenen "Landschaften" behandelt, in denen Trauernde sich auf einer solchen Reise wiederfinden können. Die einzelnen Trauerlandschaften - z.B. die trostlose Wüste, der vereiste Fluss oder das finstere Tal - werden beschrieben und durch Anregungen, Übungen und hilfreiche Gedanken ergänzt. Dieses Buch ist also nicht nur zum Lesen gedacht, sondern als Begleiter, mit dessen Hilfe man während der ganz eigenen Trauerreise Kraft schöpfen kann.

Varley, S.:
"Leb wohl, lieber Dachs".
Wien: 2009.
1984 erstmals veröffentlicht, war dies eines der ersten Bilderbücher, das sich mit dem Thema Tod beschäftigte. Weder die Bilder noch der Inhalt haben jedoch ihre Wirkung verloren: der alte Dachs ahnt, dass er bald sterben wird. Eines Nachts hat er einen wunderschönen Traum, in dem er durch einen langen Tunnel geht. Als die anderen Tiere am nächsten Morgen erfahren, dass der Dachs gestorben ist, sind sie sehr traurig und können sich nicht vorstellen, wie sie ohne den weisen Dachs zurechtkommen sollen. Doch irgendwann fangen die Freunde an, sich gegenseitig zu erzählen, was sie alles von ihm gelernt haben und wie er das Leben aller Waldbewohner bereichert hat. Die Tiere stellen fest, dass sie alle ein wunderbares Abschiedsgeschenk vom Dachs bekommen haben, das ihnen niemand nehmen kann.

Crowther, K.:
"Der Besuch vom kleinen Tod".
Hamburg: 2011.
Wenn Kleiner Tod die Menschen ins Totenreich begleitet, sind sie meistens still und traurig. Kleiner Tod findet das sehr schade. Aber dann lernt er Elisewin kennen. Sie hat keine Angst vor ihm, sondern freut sich, dass er sie besucht und ihr endlich nichts mehr weh tut. Die beiden werden Freunde. Aber Elisewin kann nicht für immer im Totenreich bleiben, und so erfährt Kleiner Tod selbst, wie traurig es ist, jemanden gehen lassen zu müssen.
"Der Besuch vom kleinen Tod" ist ein ganz besonderes Bilderbuch für Kinder und Erwachsene und wurde mit dem Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet.

Westera, B.:
"Seinen Opa wird Jan nie vergessen". Oldenburg: 2001.
Jan ist traurig, weil sein Opa gestorben ist. Er sitzt in Opas Sessel und denkt an all die tollen Sachen, die sie miteinander erlebt haben: wie sie Piraten gespielt oder sich gegenseitig am Strand eingebuddelt haben und wie Opa ihm das Fahrradfahren beigebracht hat. Bei der Beerdigung gehen Jan tausend Fragen durch den Kopf, und Tränen steigen ihm in die Augen. Seine Mama schenkt ihm Opas Taschentuch, und Jan ist sich sicher: seinen Opa wird er nie vergessen!

Nilsson, U. & Tidholm, A.-C.:
"Adieu, Herr Muffin".
Frankfurt am Main: 2010.
Herr Muffin ist ein altes Meerschweinchen, das spürt, dass es nicht mehr lange leben wird. Langsam verabschiedet sich Herr Muffin von seinem Leben - und das Kind, bei dem er wohnt, von ihm. Was dieses wunderschöne Bilderbuch so besonders und wertvoll macht, ist vor allem der Respekt und die Achtung vor dem kleinen Meerschweinchenleben, das in dieser Geschichte zu Ende geht. Aber auch die Frage, was nach dem Tod passiert, kommt ganz selbstverständlich auf, als Herr Muffin schließlich nicht mehr aufwacht, und das Kind versteht, dass niemand die Antwort auf diese Frage kennt - außer vielleicht Herr Muffin selbst.

Ness, P. & Dowd, S.:
"Sieben Minuten nach Mitternacht".
München: 2011.
Als Conor zum ersten Mal Besuch von dem Monster bekommt, glaubt er noch an einen Traum. Doch das Monster besucht ihn immer wieder, und obwohl Conor sich fürchtet, hat er doch vor etwas anderem viel mehr Angst: seine Mutter zu verlieren, die an Krebs erkrankt ist. Nach und nach findet Conor heraus, was das Monster von ihm will - und das ist etwas ganz anderes, als Conor erwartet hat.
Was wie eine Gruselgeschichte beginnt, entpuppt sich als herausragendes Buch mit einer unvergesslichen Geschichte und kunstvollen Illustrationen, das für ältere Kinder und Jugendliche, die Vater oder Mutter verloren haben, von unschätzbarem Wert sein kann und auch für Erwachsene unbedingt lesenswert ist.

Zöller, E.:
"Auf Wiedersehen, Mama".
Stuttgart: 2002.
Flora ist 13 und vertraut ihre Gedanken ihrem Tagebuch an. Es sind ganz normale Teenager-Gedanken über ihre Familie, das Erwachsenwerden und die erste Liebe. Dann aber ändert sich alles: Floras Mutter wird sehr krank. Alles, was Flora beschäftigt, schreibt sie auf: die vielen Fragen, die ihr niemand beantworten kann, die Ungewissheit, die Rückschläge, die Hoffnung, und schließlich den Abschied von ihrer Mutter, als diese den Kampf gegen den Krebs verliert. Ein einfühlsam geschriebenes Jugendbuch über Verlust, Trauer und Trost.

van der Pol, P. & van Harmelen, P.:
"Ich denke an dich...".
Rosmalen: 2010.
Dieses Heft richtet sich an Kinder, die einen Verlust erlitten haben, und baut auf dem Gedanken auf, dass es wichtig ist, sich an die Dinge zu erinnern, die den verstorbenen Menschen so besonders und einzigartig gemacht haben, und diese Dinge festzuhalten. Daher bietet es viel Platz zum individuellen Gestalten, zum Schreiben, Malen und auch zum Einkleben von Fotos, der Trauerkarte oder der Traueranzeige aus der Zeitung. Geschmückt werden die Seiten durch einfühlsame, wunderschöne und kindgerechte Illustrationen.
Ein wunderbares, in jeder Hinsicht empfehlenswertes Erinnerungsalbum für Kinder, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Nilsson, U. & Eriksson, E.:
"Die besten Beerdigungen der Welt".
Frankfurt am Main: 2006.
Eines Tages finden Ester und ihr Freund eine tote Hummel. Sie beschließen, sie zu beerdigen, und geben sich sehr viel Mühe dabei. Aber was ist mit all den anderen Tieren? Es gibt so viele tote Tiere überall, irgendjemand muss sie doch beerdigen! Die Kinder wollen diese Aufgabe übernehmen und machen sich auf die Suche. Jede Beerdigung auf der kleinen Lichtung, die keiner kennt, ist etwas ganz Besonderes. Schließlich gründen sie eine Firma für die besten Beerdigungen der Welt: Beerdigungen AG. Schnell sind die Aufgaben verteilt: Ester beerdigt die Tiere, ihr Freund schreibt kleine Trauergedichte, und Esters kleiner Bruder ist für das Weinen zuständig.
Diese Geschichte ist anders als jedes andere Bilderbuch, das Kindern die Themen Tod und Sterben näherbringen will, und wurde zu Recht für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Der unbefangene Umgang der Kinder mit dem Tod wirkt - zumindest auf Erwachsene - zunächst ungewöhnlich und manchmal überraschend, aber nie makaber. Die tollen Illustrationen, die kleinen Trauergedichte und die Sorge der Kinder um die toten Tiere, die sonst niemand beachtet, verleihen diesem Buch seinen einzigartigen und liebevollen Charakter.

Schössow, P.: "Gehört das so??!".
München: 2005.
Ein seltsames Mädchen spaziert durch den Park. Es schleppt eine große Handtasche hinter sich hier, ist wütend und schreit: "Gehört das so??!" Bald werden andere Parkbesucher neugierig und folgen ihr. Schließlich wird das Geheimnis gelüftet: Elvis, der Kanarienvogel des Mädchens, ist gestorben und liegt nun starr und stumm in der Handtasche. Das Mädchen ist wütend, weil es nicht begreifen kann, wie alle anderen einfach so weitermachen können wie immer, jetzt, wo Elvis nicht mehr lebt. Die sechs Parkbesucher, die dem Mädchen gefolgt sind, schlagen vor, Elvis zu beerdigen, mit allem Drum und Dran. Danach wird Kuchen gegessen und Kakao getrunken, und das Mädchen erzählt von Elvis und der schönen Zeit mit ihm. Die Wut verschwindet, und es bleibt die Erinnerung an das Schöne und der Trost, den das Mädchen dadurch erfährt, dass ihre neuen Freunde an ihrer Trauer Anteil nehmen.
Die Illustrationen des Buches haben etwas Comichaftes, und doch wird das Mädchen mit seinen Emotionen, seinem Zorn und seiner Verwirrung sehr ernstgenommen. Ganz nah an der Gefühlswelt der Kinder, erfasst das Bilderbuch die Wut, die bei der plötzlichen Konfrontation mit dem Tod aufkommen kann, und die Erleichterung, die Trauernde erfahren, wenn man für sie da ist, sich Zeit für sie nimmt und ihnen zuhört.