Hospiz Osnabrueck

Trauerbegleitung im Hospiz

Das Trauern beginnt oft schon zu Lebzeiten.

Durch die überschaubare Größe des stationären Hospizes begegnen sich Hospizgäste,
Angehörige und Freunde, haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende auf dem Flur, in der
Wohnküche oder auf den Terrassen.
Vieles lässt sich darum ganz direkt ansprechen, manche Unsicherheit kann gleich geklärt
werden. Die Wege sind kurz in diesen Begegnungen. Manchmal braucht jemand auch
nur Ohren, die gut zuhören können. Hier verstehen alle, wie nah Tränen, Sprachlosigkeit
und Freude über kleine Lichtblicke und Alltagsthemen beieinander liegen können.

Darum liegt in diesem „normalen“ Miteinander im Hospiz für viele Menschen eine große
Entlastung - uns ist es ein wesentliches Anliegen, auch im Hinblick auf den Trauerprozess.

Nach dem Versterben des nahestehenden Menschen ist Raum vorhanden für die eigenen
Gefühle. Der Verstorbene wird in dem Zimmer aufgebahrt, das den Angehörigen so
vertraut geworden ist. Es ist Zeit, sich zu verabschieden. Und zwar so, wie es gerade in
diesen Momenten passend ist. Vielleicht ist es das stille Sitzen am Bett und das Streicheln
der Hände, vielleicht wird noch einmal die Lieblingsmusik gehört. Vielleicht fließen heftig
die Tränen, weil sich alles doch anders anfühlt, als man vorher dachte, vielleicht möchte
jemand auch beim Umkleiden des Verstorbenen helfen.
Zur Trauerbegleitung im Hospiz gehört das Angebot einer Verabschiedungsfeier
im Kreis der Angehörigen und Freunde. Gern bereiten wir diese auch miteinander vor.
Später besteht die Möglichkeit, zur Erinnerung eine Seite in unserem Gedenkbuch
zu gestalten mit eigenen Fotos, Gedanken oder anderen kreativen Ideen.
Wer eine intensive Zeit im Osnabrücker Hospiz verbracht hat, möchte vielleicht zu
bestimmten Anlässen oder einfach mal so vorbeikommen. Nicht immer ist ein langes
Gespräch möglich, aber Zeit für einen gemeinsamen Kaffee ist meistens vorhanden.
Manchmal ist es auch nur die Atmosphäre, die es zu erleben gilt, um mit dem Trauern
wieder einen Schritt weiter zu kommen.
Zu einem intensiven Austausch untereinander mit Haupt- und Ehrenamtlichen wird immer
am ersten Donnerstag im Monat zum Erinnerungscafé in der Kaminecke eingeladen.