Hospiz Osnabrueck

Über das Trauern

Definition:
Trauern ist die natürliche Reaktion auf den Verlust eines Menschen oder einer Sache, zu denen eine sinnerfüllte Beziehung besteht.

 

Trauern kann auch sein

  • Dankbarkeit

  • gemeinsam gemeisterte Probleme erinnern

  • Erinnerung an gemeinsam gemeisterte Erlebnisse

  • sich das Elend von der Seele laufen, Rad fahren, tanzen ...

  • auch schwierige Zeiten einblenden

  • nicht reden können

  • Unangenehmes in Worte fassen

  • Wut benennen dürfen

  • Erinnerungsbilder vertiefen

  • Musik hören

  • Erinnerungsorte aufsuchen

  • laut werden

  • sich mit Situationen konfrontieren, in denen der Verlust bewusst wird

  • Trauerpost immer wieder lesen

  • ambivalente Gefühle nicht unterdrücken

  • erzählen, erzählen können…

  • Fotoalben ansehen

  • neue Bilder entwickeln können

 

Über die Trauer:

1.Trauer bedeutet Krise (nicht Krankheit)
2.Trauer ist ein individuelles Geschehen und
3.Trauer findet in systemischen Bezügen statt
4.Trauer ist ein Prozess
5.Trauer ist ein aktiver Prozess der Anpassung an eine neue Lebenssituation
6.Trauer ist ein zu gestaltender Anpassungs-Prozess
(Bödiker/Theobald; Praxisforschung Trauer: Trauer-Gesichter. 2007 Wuppertal S. 99)


Drei verschiedene Trauermodelle


Wie trauern Menschen? Darüber haben sich die unterschiedlichsten Professionen
viele Gedanken gemacht. Die folgenden drei Modelle sind nur ein Ausschnitt der
vielfältigen Ansätze. Deutlich wird damit, dass es sich beim Trauern nicht um eine
frestzulegende Abfolge handelt. Diese Vielfalt sowie das jeweils persönliche Erleben
und das durch den Tod veränderte Beziehungssystem bieten neben dem Krisenund
Konfliktpotential auch eine Erweiterung der Möglichkeiten im Umgang mit dem
eigenen Trauern.

William Worden
Aufgaben der Trauer
1. Die Wirklichkeit des Todes und des Verlustes begreifen
2. Die Vielfalt der Gefühle durchleben
3. Sich in einer veränderten Umwelt wahrnehmen
und anpassen
4. Der/Dem Toten einen neuen Platz zuweisen

Ruthmarikje Smeding
Gezeiten der Trauer
Die Schleusenzeit - Zwischen Tod und Begräbnis

Die Januszeit - Wie zwei Gesichter eines Kopfes fällt der
Blick
zurück und nach vorn

Die Labyrinthzeit - Gefühlter Irrweg mit Einbrüchen,
Neustrukturierung, Rückschritten

Die Regenbogenzeit - „Himmel und Erde“ sind verbunden

Antje Uffmann
Landschaften der Trauer
Im Irrgarten der Gefühle sind Trauernde unterwegs
wie in unterschiedlichen Landschaften:
Vom Gefühl, wie in der trostlosen Wüste zu sein, über
Assoziationsbilder mit Empfindungen vom vereisten Fluss
oder speienden Vulkan bis hin zum Garten der Erinnerung.