Hospiz Osnabrueck

Sonntagstreff für Trauernde

Für wen 
Für Trauernde, die den Austausch
mit anderen ähnlich Betroffenen suchen.
Anmeldung nicht erforderlich

Wie 
Ort der Begegnung und Gesprächsmöglichkeit
mit ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterinnen

Wann Immer am ersten Sonntag im Monat, 15.00 – 17.00 Uhr

Folgende Termine im Jahr 2017:
Januar 2017 entfällt     
02. Juli
05. Februar
06. August
05. März
03. September
02. April
01. Oktober
07. Mai
05. November
04. Juni
03. Dezember

Wo 
Cafeteria der Kath. Familien-Bildungsstätte.
Große Rosenstr. 18, 49074 Osnabrück



Bärbel Kusiek
Sigrid Schneider



Mandy Westerkamp
Elke Gotthardt

Den Sinn meiner Aufgabe im „Sonntagstreff für
Trauernde“ sehe ich darin, die Gäste dabei zu unterstützen,
ihre Trauer zu leben. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass
man hier aussprechen kann, was woanders nicht mehr gehört
werden will, oder dass man sich traut, traurig zu sein oder
auch Wut zuzulassen darüber, dass das Leben jetzt so ganz
anders verläuft. Für alle aufkommenden Gefühle möchte ich
aufmerksamer und mitfühlender Gesprächspartner sein
und hoffe, die nötige Sensibilität aufzubringen.
Wenn einiges davon gelingt, fühle ich mich gut und hoffe,
dass der Gast etwas davon mitnehmen kann.

Bärbel Kusiek

Bericht einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin im „Sonntagstreff für Trauernde“

Trauercafé? – Sonntagstreff für Trauernde!

Die Suche nach einem Namen für unser Treffen stand am Ende der Absicht, einen Ort zu
schaffen, an dem Trauernde sich treffen können. Es sollte außerdem ein bestimmter Tag
eine Rolle spielen: der Sonntag! Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer die
Wochenenden und Feiertage zu leben, zu ertragen sind, wenn plötzlich das Leben einen
anderen Verlauf nimmt als geplant.

„Sonntagstreff für Trauernde“: damit fühlen sich Menschen in bestimmten Situationen
angesprochen. Es gibt plötzlich ein Ziel, einen Ort, an dem sie auf andere treffen, denen
es so geht wie ihnen. Manche Gäste betrauern den Verlust eines Angehörigen, von dem
sie schon vor Jahren getrennt wurden, andere finden den Weg schon früh zu uns.
Hier kann die Trauer, der Verlust, auch die Wut benannt werden. Im Angehörigen- und
Bekanntenkreis wird oft nicht verstanden, warum immer noch die Traurigkeit überwiegt,
die Einladungen werden weniger. Man lebt zurückgezogen. Bei uns darf erzählt werden,
wie es vorher war, welch schöne Reisen unternommen wurden. In der Erinnerung wird
dann auch gelacht, oft aber direkt danach geweint, wenn die Trauer übermächtig wird.
Alles ist möglich und darf sein.

Die Gäste unterhalten sich an den großen Tischen (6 Personen) oder den kleinen
(4 Personen) über ihr Schicksal. Wir als Begleiter vom Hospiz werden einbezogen
oder bringen uns ein, z.B. wenn wir spüren, dass jemand besonderen Halt oder tiefes
Verständnis benötigt oder das Thema Trauer unterschiedliches Gewicht bekommt.
Es wird ja auch sehr unterschiedlich empfunden bzw. ausgedrückt.

Kurz gesagt, wir möchten, dass unsere Gäste sich wohlfühlen, was aber nicht heißen
kann, dass es allen nach zwei Stunden plötzlich viel besser geht. Es ist gut, zu wissen:
Am ersten Sonntag des folgenden Monats bin ich wieder als Gast willkommen und darf
hier sein, was ich bin: eine Frau, ein Mann, Tochter oder Sohn, Elternteil, die / der einen
schweren Verlust erlitten hat und in einem Kreis gleich Betroffener sich verstanden und
angenommen fühlt.